Inflatable Rescue Boat

Als Ergänzung zu unserem bewährten Motorrettungsboot "Hasselberg",  Schlauchboot DSB 4.7, ausgestattet mit einem 60-PS-YAMAHA-Motor, betreiben wir seit der Wachsaison 2013 ein Inflatable Rescue Boat (IRB); ein Rettungsmittel, das speziell für die Menschenrettung bei Brandung und starkem Seegang entwickelt wurde. Es kann vom Strand aus im strandnahen Bereich eingesetzt werden.

Es handelt sich um ein Schlauchboot von ca. 3,5 m Länge und 1,75 m Breite mit vier aufblasbaren Kammern; zwei Seiten- einer Bug- und einer Binnenkielkammer. Boden und Heckspiegel zur Anbringung des Außenbordmotors bestehen aus einer starren Leichtmetalllegierung. Der 25-PS-Zweitakt-Motor kann das Boot bei ruhiger Wasseroberfläche bis auf 20 – 25 kn beschleunigen. Der Propeller ist mit einem Schutz versehen, sodass auch Fahren in sehr flachem Wasser keine Beschädigungen herbeiführen kann. Je nach Typ sind ein oder zwei starre oder flexible Kraftstoffbehälter im Bugraum fixiert. Zur weiteren Ausrüstung gehören zwei Stechpaddel und ggf. Gurtretter und Wurfsack mit Leine.

Die Besatzung besteht aus zwei Personen: dem Bootsführer und dem Bootsgasten. Zur persönliche Zusatzausstattung für beide gehören Prallschutzweste, Wildwasserhelm, Neoprenanzug und Füßlinge.

Der Bootsführer sitzt im achteren Teil des Bootes auf der Backbordkammer und bedient von hier den Außenbordmotor mit Pinne und Fahrhebel. Laschen im Bodenraum für die Füße und auf der Kammer für seine linke Hand ermöglichen dem Bootsführer auch bei rauher See einen sicheren Halt im Boot.

Der Bootsgast sitzt im vorderen Teil des Bootes auf der Steuerbordkammer. Ein Handgriff mit einer kurzen Leine verbunden und am Bug angebracht für seine linke und eine Lasche auf dem Steuerbordwulst für seine rechte Hand sind seine Hilfsmittel, um das Boot auszubalancieren, damit es beim  Durchbrechen von hohen Wellen nicht umschlagen kann. Fußlaschen im Bodenraum gewähren zusätzlich sicheren Halt.

Zielsetzung beim Einsatz eines IRB ist, innerhalb von 90 sec eine in Not befindliche Person zu bergen. Die zu überwachende Badezone für eine IRB Besatzung muss entsprechend dimensioniert sein.

Ein Einsatz könnte etwa folgendermaßen ablaufen:

·   Das Boot liegt einsatzbereit am Strand bereit. (Ein rotes DLRG Boot am Strand zeigt den Besuchern u.a. auch deutlich die Präsenz von Rettungskräften).

·   Die Rettungswache des nächstgelegenen Wachturmes ist zugleich die Bootsbesatzung.

·   Nach Erkennen einer Notlage sprintet die Mannschaft unter gleichzeitigem Anlegen der Prallschutzweste und des Schutzhelmes zu ihrem Boot.

·   Meldung an Wachleiter kann u.U. entfallen, da das IRB ausschließlich in Notlagen eingesetzt wird (Sichtkontakt zur ZWRS erforderlich, um Einsatz erkennen zu können)

·   Die Bootsbesatzung kann ohne weitere Hilfe das Boot zu Wasser bringen und den Einsatz beginnen. (Der Wachleiter kann nach Wahrnehmung des Einsatzes ggf. bereits Verstärkung von benachbarten Türmen zum Einsatzort schicken).

·   Sprechfunkverbindung während des Einsatzes ist nicht zwingend erforderlich und vorgesehen, aber nützlich wenn Schutzhelme mit integrierter Sprechfunkausrüstung vorhanden wären.

·   Start erfolgt unmittelbar vom Strand,

·   Durchqueren der Brandung und so schnell und sicher wie möglich zum Unfallort fahren,

·   Bergung der in Not geratenen Person/Personen,

·   sichere und schnelle Rückkehr zum Strand,

·   Durchqueren der Brandung,

·   Anlanden auf dem Strand,

·   weitere Behandlung der geretteten Person am Strand.