Neue Wege im WRD

Marineforum 11-2012

RETTUNGSDROHNE „EMILY“

Sidney Dean

Die 1,30 Meter lange ferngesteuerte Drohne „Emily“ fährt 19 Knoten. Sie soll in Not geratene Schwimmer schnell erreichen und über Wasser halten bis menschliche Retter eintreffen. Die Drohne kann auch Schwimmwesten, Rettungsringe oder ein Funkgerät mitführen. Eine Leine kann an Emily befestigt werden, damit Helfer vom Strand aus den in Not geratenen Schwimmer an Land ziehen können.

Emily steht für EMergency Integrated Lifesaving Lanyard – zu Deutsch etwa „integrierte Rettungsleine für den Notfall“. Die elf Kilo schwere Drohne wird durch die in Arizona ansässige Firma Hydronalix hergestellt und kostet 10.000 Dollar. Die batteriebetriebene Drohne hat lediglich fünf Zentimeter Tiefgang; der in einem Winkel von 22 Grad ausgelegte Rumpf kann auch schwere Brandung und Rippströmung durchschwimmen. Der kevlarverstärkte Rumpf soll auch bei Höchstfahrt einen Zusammenstoß mit Felsen ohne Schaden überstehen. Der Antrieb erfolgt durch einen beweglichen Wasserjet; um eine Verletzung des Schwimmers auszuschließen, gibt es weder eine Schraube noch ein Ruder.

Am 15. Juli wurden in Oregon zwei Menschen durch den Einsatz von Emily vor dem Ertrinken gerettet. Dies war die erste dokumentierte Rettung durch Einsatz der Drohne. Der Hersteller empfiehlt den Einsatz am Strand, in Häfen und in Binnengewässern sowie die Bereitstellung auf Schiffen und Ölbohrtürmen.

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