Die DLRG Gelting-Golsmaas-Hasselberg e.V.

von Armin Blome

Die Bewegung der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft, die ihre Existenz einem Seebrückenunfall in Binz auf der Insel Rügen mit zahlreichen Toten durch Ertrinken verdankt, hat in den vergangenen Jahren auch in unserer Region einen rasanten Aufschwung erfahren. Aber bereits in den frühen 60er Jahren gab es im damaligen DLRG Kreisverband Flensburg vor Ort Ortsgruppen, die sich zur Aufgabe gemacht hatten, Anfängerschwimmen zu lehren und Rettungsschwimmer auszubilden. Die vordringliche Aufgabe der DLRG war die Schaffung und Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen, die der Bekämpfung des Ertrinkungstodes dienten.

So gab es in Gelting mit dem Stützpunkt Wackerballig eine Ortsgruppe unter der Leitung des damaligen Konrektors Harald Hansmann und in Pommerby durch Konrektor Karl Nagel. Außerdem gab es am Strand in Hasselberg  - dem Standort der neuesten und modernsten zentralen Wasserrettungsstation aus heutiger Sicht - eine weitere Ortsgruppe, die vom späteren Rektor Uwe Carstens aus Schwackendorf geleitet wurde. Noch vorhandene Wachbücher und Dokumente aus dieser Zeit bezeugen, dass Jugendliche schon damals zu begeistern waren anderen in Not zu helfen. So gehörte unser Mitglied Günther (Beppo) Gröhnke damals zu den Aktiven, die in Hasselberg als Rettungsschwimmer ihren Dienst versahen.

Nach einigen Jahren wurde es stiller in den Ortsgruppen und sinkende Mitgliederzahlen führten dazu, dass die ehrenamtliche Arbeit nicht fortgeführt werden konnte. Spätere Versuche eine DLRG Gliederung wieder aufzubauen schlugen zunächst fehl. Die Rettungskräfte an den Stränden in Wackerballig, Golsmaas, Kronsgaard und Hasselberg bis Oehe wurden jetzt – wir sind mittlerweile in den 70er Jahren - vom Amt Gelting über die Einsatzzentrale Wasserrettungsdienst Küste des DLRG Landesverbandes Schleswig-Holstein in Burg auf Fehmarn akquiriert und während des Wachdienstes selbst betreut. Die Rettungsschwimmer kamen aus dem ganzen Bundesgebiet. Das Amt musste für jeden Rettungsschwimmer beträchtliche Vermittlungskosten aufwenden, was den damaligen Bediensteten Armin Blome auf die Idee brachte mit vereinten Kräften noch einmal den Versuch zu starten eine DLRG vor Ort zu gründen. Am 28.12.1995 war es soweit. Mit 14 Anwesenden wurde die erforderliche Zahl, einen Verein zu gründen, deutlich übertroffen. Auf der Gründungsversammlung unterzeichneten Wolfgang Schmidt aus Bad Liebenzell, Hauke Hansen aus Hasselberg, Thorsten Meyer aus Niederkassel, Gerd Nagel aus Pommerby, Rainer Kirstein aus Kappeln, Hans Henning Jörgensen aus Pommerby und Armin Blome aus Gelting die Urkunde – der anschließend zum Vorsitzenden gewählt wurde. In den ersten Vorstand wurden außerdem gewählt Udo Westphal aus Schafflund, Aloys Bernemann aus Kronsgaard, Rosi Sörensen  aus Gelting, Stefanie Nagel aus Pommerby und Ulrike Modelmog aus Niederkassel.

In Reminiszenz an die bisherigen DLRG Ortsgruppen Gelting, Pommerby und Hasselberg wurde fast gleichlautend die Gliederung Gelting-Golsmaas-Hasselberg aus der Taufe gehoben und als eingetragener Verein beim Amtsgericht Flensburg registriert.  Es machte sich große Begeisterung breit und der Verein stieg schnell auf über 150 Mitglieder an. Die „ GGH “ -  wie wir uns von da an nannten - machte sich schnell im Kreisverband und in der Öffentlichkeit einen Namen. Viele Kräfte von auswärts und insbesondere die anfängliche Unterstützung durch die DLRG Kappeln haben dieser Entwicklung gut getan. Zahlreiche Kinder wurden im Anfängerschwimmen in Pottloch ausgebildet. Danach ging es mit dem Erreichen des „ Seepferdchens “ weiter in der Schwimmhalle Ellenberg, wo die eigentliche Ausbildung bis zur Prüfung zum Rettungsschwimmer folgte. Aus der ersten Generation der GGH verrichteten z.B. Sönke Heinsen, Florian Soyck, Randy und Christin Kablau und noch heute Thies Banneck, Christian Dainat und Simon Petersen ihren Dienst während des Wasserrettungsdienstes, um nur einige zu nennen. Inzwischen gibt es mit Vanessa Wiese, Sarah Thomsen, Ann-Kathrin Krüger, Lena Becker, Lukas Köpke und Niklas Petersen sowie aus den Familien Mittendorff und Simonsen einige hoffnungsvolle Nachwuchskräfte.

Den Ausbildungstand hatte unsere GGH in erster Linie Siegfried Schulz aus Kappeln zu verdanken, der Erfahrung aus über 40 Jahre DLRG Arbeit in Berlin mitbrachte. Als Technischer Leiter war er federführend zusammen mit dem Vorstand damit befasst, das alternde Rettungsboot „Molinari“ durch ein neues Schlauchboot mit einem 70 PS starken Motor zu ersetzen, was in der Lage sein sollte den 4 km langen Strandbereich zwischen Golsmaas und Oehe abzudecken. Denn das zweite Boot, die „Ryds“ wurde aus Kostengründen ebenfalls verkauft. Die „Torbine“ – benannt nach dem Rettungsschwimmer Torben Kablau, der als erster aus den eigenen Reihen den DLRG Bootsführerschein besaß, wurde im April 2002 in Dienst gestellt. Leider hat sie sich nicht als Glücksgriff erwiesen, weil sie oft reparaturanfällig und zu schwer in der Handhabung ist.

Dem Vorstand gehörten zu diesem Zeitpunkt Aloys Bernemann, Gerd Nagel, Hans Walter Kieckbusch, Volker Windmann, Udo Westphal und Doris Kablau, Bert Petersen und später Katja Doose an, deren Familien in der GGH besonders aktiv waren bzw. sind. Für die Ausbildung waren später zuständig Roman Weber, Petra Simonsen und Sonja Ingwersen. Torge Petersen kümmerte sich um die Erste-Hilfe Ausbildung. Arnold Otto löste Siegfried Schulz als Technischer Leiter ab und konnte zusammen mit Beppo Gröhnke viele praktische Ideen umsetzen. Schatzmeister wurde Jens Martin Lorenzen.

Die GGH hatte nach der Gründung die Organisation des Rettungswachdienstes an der Küste übernommen und neben den eigenen Kräften wurden mit tatkräftiger Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet jährlich über 50 Rettungsschwimmer eingesetzt. Es gab 5 Wachtürme in Golsmaas, am dortigen Feriendorf, in Pottloch sowie am Hauptstrand in Hasselberg. Insbesondere mit den DLRG Gliederungen Althengstett in Baden Württemberg, Oberpleiß und Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen wurde enge Kontakte geknüpft und z.T. Freundschaften geschlossen. Die Unterbringung erfolgte in den aus Holz errichteten Wasserrettungsstationen in Golsmaas (1991) und Hasselberg (1974).

Die  Hauptstation bestach durch die gemütliche Atmosphäre und viele bedauerten den Abriss. Aber die hygienischen Verhältnisse und die Enge in der Station waren hauptsächlich der Anlass, dass 2007 mit den Planungen für eine neue zentrale Wasserrettungsstation begonnen wurde. Es fehlte an allen Ecken und Kanten der erforderliche Platz für Ausrüstung und Gepäck. Im Juli 2009 war es soweit. Die neue Station war endlich fertig. Noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber in dem modernen Neubau können jetzt 12 Rettungsschwimmer untergebracht werden und die „ Torbine “ hat ebenfalls eine Bleibe gefunden.      

Ein großer Wachraum im Obergeschoss mit einer großzügigen Terrasse und Panoramafenstern ermöglichen einen weiten Überblick auf z.T. übervolle Strände. Und die zahlreichen Feriengäste und Familien mit Kindern sind dankbar, dass die DLRG vor Ort ist. Besonderes gerne besucht wird das alljährliche Strandfest, welches die DLRG GGH für Groß und Klein mit einem umfangreichen Programm organisiert.

Die DLRG GGH hat in der Öffentlichkeit Lob und Anerkennung gefunden und mit der neuen Station einen vorläufigen Höhepunkt seiner Arbeit erreicht.


Das Jahr 2013 brachte für die GGH eine bisher nie dagewesene Zäsur, der langjährige und Gründungsvorsitzende, Armin Blome, trat auf eigenem Wunsch nach entbehrungsreichen Jahren ins zweite Glied der Vorstandsarbeit zurück. Hier behielt er nur das Ressort „Einsatz“ und als Beauftragter des Wasserrettungsdienstes des Amtes Geltinger Bucht blieb damit die Führung des Resorts in den bewährten Händen des Amtes.

Noch im gleichen Jahr trat das Amt mit der Bitte an die GGH heran, die Mannschaftsstärke von 12 auf 14 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer zu erhöhen, mit der Zielsetzung, den bisherigen Wachbereich nach Norden zu erweitern und den vakanten Bereich Golsmaas zukünftig  wieder zu besetzen. Diese Herausforderung wurde selbstverständlich von der GGH angenommen. Gleichzeitig wurde mit der Renovierung der sechs Jahre nicht benutzen Wachstation Golsmaas begonnen.

Die für die Wachsaison 2014 noch nicht vorhandene Unterkunftskapazität für Wachpersonal konnten wir mit einer Zeltlösung auffangen, sodass wir sogar zusätzliche Nachwuchskräfte unterbringen und als Wachhelfer an ihre zukünftigen Aufgaben heran führen konnten.

Mit Beginn der Wachsaison 2015 erstrahlte die Station Golsmaas nach aufwendiger Renovierung im neuen Glanz. Wir verfügen jetzt über insgesamt 18 Unterkunftseinheiten und sind damit zukunftsorientiert aufwuchs fähig. Unsere langjährigen, treuen DLRG-Teams aus allen Teilen der Bundesrepublik freuten sich auf die neue Wache in der „alten Hütte“.

Bereits 2013 haben wir die GGH Flotte durch Beschaffung eines gebrauchten IRBs verstärken können. Es ließ sich jedoch nicht vermeiden, dass unser MRB „Torbine“ in die Jahre gekommen ist und zusätzlich durch mehrere Havarien den Anforderungen des Einsatzes nicht mehr gewachsen war. Ersatzbeschaffung war damit ein dringendes Anliegen für die GGH. Nach gründlicher Marktsichtung waren sich unsere Bootsführer einig: Nur ein Boot mit Steuerstand erfüllt die Voraussetzung. Die Wahl fiel deshalb auf ein DSB 4.7 SR. Rechtzeitig vor der Saison 2015 wurde es geliefert, sodass unsere Bootsführer viel Zeit zum Einfahren des neuen Flaggschiffes, MRB "Hasselberg", hatten. Der absolute Höhepunkt der Saison20018 erwischte uns bereits im April, als wir von der Bundesgeschäftsstelle informiert wurden, dass uns ein großherziger Spender eine
zweckgebundene Spende zur Beschaffung eines Inflatable Rescue Boats (IRB) zukommen lassen wollte. Die Freude war groß, denn versetzt uns diese Vergrößerung unserer Flotte in die Lage, die drei Wasserflächen des insgesamt fast 4 km langen Strandabschnittes in Hasselberg und Kronsgaard an der Ostseeküste schneller und flexibler abdecken zu können.

Aber das Jahr 2015 brachte weitere bedeutende Veränderungen für die GGH. Nach Schließung der Schwimmhalle in Kappeln-Ellenberg haben wir unsere Schwimmausbildung nach Flensburg in das Campusbad und das Anfängerschwimmen in das Lehrschwimmbecken nach Sterup (seit 2018) verlegen müssen. Mit einer aufwendigen Busroutine versuchen wir, möglichst vielen Mitgliedern die Teilnahme an der Schwimmausbildung zu ermöglichen

Wird fortgeschrieben !